Die meisten Bewohner Friedbergs haben, wenn sie in den Ruhestand gehen, noch eine lange Lebensphase vor sich. Dabei ist die Frage, wo, wie und mit wem sie leben wollen, von großer Bedeutung. Aber viele alte Menschen verdrängen diese Frage. Auch in Friedberg leben Senioren häufiger allein und in einem mehr oder weniger anonymen Umfeld. Und manchmal erfordert es die Lebenssituation, den letzten Abschnitt des Lebens in einer Pflegeeinrichtung zu verbringen. Das war der Grund für Vertreter aus Fraktion und Vorstand der Friedberger CDU, sich das Erasmus-Alberus-Haus gegenüber dem Friedberger Bahnhof anzuschauen, das in diesem Jahr 10 Jahre alt wird.

Benannt wurde das Alten- und Pflegeheim nach Erasmus Alberus, der um 1500 in Bruchenbrücken geboren wurde. Nach dem Studium in Wittenberg unterrichtete Alberus ab 1522 in Büdingen, wo er eine Lateinschule gründete und seine Frau Katharina heiratete. 1548 wurde Alberus von Martin Luther in Wittenberg zum Doktor der Theologie ernannt. Bis zu seinem Tod 1553 bleibt Erasmus Alberus ein eifriger, aber auch eifernder Gefolgsmann Luthers, ein kämpferischer Theologe.

Jürgen Brandt, seit 2015 Leiter des von der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau (GfdE) betriebenen Erasmus-Alberus-Hauses, erläuterte den CDU-Vertretern Aufgabe und Funktion des Alten- und Pflegeheims. „Vergleichbar mit dem familiären Alltag soll dem Bewohner das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, Orientierung und ein ‚Zuhause sein‘ ermöglicht werden. Ziel ist es, unter den individuellen Bedingungen von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit ein hohes Maß an Wohlbefinden zu erreichen“, so Brandt. Das Erasmus-Alberus-Haus bietet Platz für 80 pflegebedürftige ältere Menschen in Einzelzimmern, zusätzlich stehen 5 Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung. Darüber hinaus bietet es in 5 eigenständigen Wohneinheiten die Möglichkeit des Service-Wohnens an. Im Gebäude finden sich zusätzlich ein öffentliches Café mit Mittagstisch sowie die ökumenische Diakoniestation Friedberg.

Bei einem Rundgang über die drei Stockwerke des Alten- und Pflegeheims erfuhren die CDU-Vertreter, dass fast 75 Prozent der Bewohner aus Friedberg stammen. So verwundert es auch nicht, dass die drei Etagen jeweils nach Friedberger Örtlichkeiten wie der Kaiserstraße benannt und die Wände mit Fotos aus dem alten Friedberg dekoriert sind. Auf jeder dieser drei Etagen stehen Räume zur Begegnung und Teilnahme am Gemeinschaftsleben des Hauses zur Verfügung. So gibt es ein tägliches Veranstaltungsangebot am Vor- und Nachmittag, das von kreativer Entspannung über Bingo und Filmvorführungen bis zu Gehirnjogging reicht. Sehr angetan war die Besuchergruppe der Friedberger CDU von der Ausgestaltung der Räumlichkeiten mit freundlichen und hellen Möbeln.

Zum Abschluss traf man sich im Café des Erasmus-Alberus-Hauses. Das öffentliche Café ist von Montag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Es bietet ein täglich wechselndes Mittagsmenü an. Die CDU-Besucher fragten am Ende des Rundganges nach der personellen Situation im Pflegebereich. Die sei, so Einrichtungsleiter Jürgen Brandt, mit 41 besetzten Personalstellen zufriedenstellend. Die Auslastung des Hauses läge bei fast 100 Prozent. Es fehle zwar noch etwas Grün um das Haus und das Café könne etwas besser besucht werden. „Mit der Gesamtsituation des Erasmus-Alberus-Hauses sind wir aber alle sehr zufrieden“, erklärte Brandt zum Abschied von den Besuchern der Friedberger CDU.

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