Die Eltern und die Erzieherinnen der Evangelischen Kindertagesstätte Wintersteinstraße in Friedberg sind in Sorge. Wird die KiTa 2020 geschlossen? Gibt es eine Nachfolgeeinrichtung in der Taunusstraße? Zur Klärung dieser Fragen trafen sich jetzt Vertreter der Friedberger CDU mit der Leitung der KiTa Wintersteinstraße, Martina Noblé, Leiterin und Elke Holtzem, stellvertretende Leiterin, Markus Greb vom Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Friedberg und Pfarrer André Witte-Karp, im Dekanat zuständig für die Kindertagesstätten. Denn Träger der KiTa ist seit diesem Jahr nicht mehr die Evangelische Kirchengemeinde Friedberg, sondern das Evangelische Dekanat Wetterau.

Pfarrer Witte-Karp erläuterte den CDU-Vertretern, dass ein 2017 im Auftrag der Landeskirche erstelltes Gutachten durch einen Bausachverständigen zu einem niederschmetternden Ergebnis kam: das gesamte Gemeindezentrum West einschließlich der Kindertagesstätte weise so erhebliche bauliche Mängel auf, dass die Schäden nur mit einem Aufwand von über zwei Millionen Euro oder mehr zu beheben seien. „Und dieses Geld hat die Evangelischen Kirchengemeinde Friedberg nicht“, so Pfarrer Witte-Karp. Ein Weiterbetrieb sei aufgrund der Mängel und im Blick auf das Wohl der Kinder und der Erzieherinnen auf Dauer nicht zu verantworten. Daher sei der Betriebsvertrag mit der Stadt Friedberg vorsorglich zur Jahresmitte 2020 gekündigt worden. Und er erklärte weiter, dass die Landeskirche einen zweiten Neubau einer Kindertagesstätte in Friedberg (zusätzlich zur der KiTa Kaiserstraße) nicht finanzieren würde. Stadt und Kirchengemeinde sind daher schon länger im Gespräch, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Fraktionsvorsitzender Olaf Beisel erläuterte, wie es aus Sicht der Friedberger CDU weitergehen könne. „Wir haben in der Stadtverordnetenversammlung am 6. Dezember 2018 mehrheitlich und mit allen Stimmen der CDU-Fraktion die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 94 ‚KiTa Taunusstraße‘ beschlossen.“ Inzwischen sei die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden erfolgt. Nun müsse die Verwaltung die eingegangenen Anregungen abarbeiten. Parallel dazu laufe die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes, wofür allerdings der Planungsverband Frankfurt RheinMain zuständig sei. Geplant sei nun, den Bebauungsplan in der Stadtverordnetenversammlung am 17. Oktober endgültig zu beschließen. Die Frage von Martina Pfannmüller, Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Soziales, Senioren, Sport und Kultur, ob die Kirche auch diese neue KiTa betreiben würde, wurde von Pfarrer Witte-Karp klar bejaht. Er erklärte zudem, dass damit nach Auskunft der Kirchenjuristen in Darmstadt keine europaweite Suche nach einem möglichen Betreiber notwendig wäre. „Dann können wir am 17. Oktober auch gleich über die Fortsetzung des Betriebes durch die Evangelische Kirche abstimmen,“ freute sich Ortsvorsteher Norbert Simmer.

Warum aber ein Neubau am Ende der Taunusstraße? Fraktionsvorsitzender Olaf Beisel: „Das ist ein städtisches Grundstück. Nach Prüfung durch die Verwaltung war dies der einzige von 13 Standorten, der groß genug für eine 6-gruppige KiTa ist. Und gerade im Westen Friedbergs gibt es einen hohen Bedarf an KiTa-Plätzen.“ Ein Neubau einer KiTa auf dem Kirchengrundstück an der Wintersteinstraße neben dem Gemeindezentrum wurde von der Denkmalschutzbehörde beim Wetteraukreis bekanntlich abgelehnt. Wenn alles nach Plan laufe, könne Anfang 2020 mit dem Bau begonnen und in 2021 die neue KiTa Taunusstraße von der Evangelischen Kirche in Betrieb genommen werden. Pfarrer Witte-Karp und Kirchenvorsteher Markus Greb sicherten zu, in diesem Fall den Betrieb der KiTa Wintersteinstraße bis zur Neueröffnung in der Taunusstraße weiterzuführen. Und die stellvertretenden Leiterin Elke Holtzem betonte, dass unter diesen Umständen das Erzieherinnen-Team sicher zusammenbleiben werde. „Wir wollen alle mit unseren Kindern zusammen umziehen“, so Elke Holtzem.

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